Mutter Erde

10 häufige Wildkräuter für Anfänger!

Unverwechselbare Wildkräuter für Anfänger im Frühling

Besonders im Frühling macht Mutter Natur es für Anfänger leicht, die ersten Wildkräuter zu ernten. Denn jetzt ist es noch recht übersichtlich, was alles so wächst. Ich habe ein paar Kräuterlies für Dich heraus gesucht, die wirklich gut schmecken, die eigentlich nicht zu verwechseln sind und die Du gleich roh verspeisen kannst. Sie sind voller Vitamine und Mineralstoffe und außerdem bei uns zulande häufig zu finden sind. Denn nichts ist trauriger für den Anfänger, als mit seinem Kräuterbuch über die Wiese zu streifen und einfach keine Beute zu machen. Ein kleiner Tipp noch: meide gedüngte Äcker und Kuhweiden, sowie Wegränder, wo viele Hunde Gassi gehen. Für einige Kräuter, wie z.B. die Knoblauchsrauke bietet es sich an ein Taschenmesser oder eine Gartenhippe dabei zu haben, da Du sie sonst vielleicht versehentlich mit Wurzeln ausreißt, da ihr Stängel nicht so leicht zu brechen ist. Hier eine kleine günstige Variante von Fiskars: Fiskars Gartenhippe

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an Wildkräutern, es gibt durchaus noch weitere, die leicht zu erkennen sind und so häufig, dass Du sie auch findest. An dieser Stelle mal wieder ein riesiges Dankeschön an unsere Mutter Erde, für all die schönen Dinge, die sie für uns parat hält, ohne dass wir etwas dafür tun müssen!!!

Gänseblümchen:

Selbst die meisten Kinder kennen diese niedlichen, sehr häufigen Blümchen. Sie wachsen fast das ganze Jahr über. Du kannst die jungen Blätter und nur etwas später die Blüten von Februar bis November ernten. Übrigens, wusstest Du, dass Gänseblümchen abends ihre Blüten schließen und zwar dadurch, dass die Außenblätter ein wenig schneller wachsen!

Standort:Auf Wiesen, Weiden, Rasenflächen, Wegrändern.
Essbare Teile &
Verwendung:
Die jungen Blätter und die Blüten. In Salate, Quarkspeisen, in Suppen und als Gemüse. Die Blüten eignen sich gut zum Verzieren. Als Tee. Wem die ganze Blüte zu viel im Mund ist, der nimmt nur die Blütenblättchen.
Volksmedizin:Blut reinigend, bringt Stoffwechsel in Schwung, als Frühjahrskur und Tee gegen Husten und als Auflage bei Hauterkrankungen.
Inhaltsstoffe:Vitamine, Mineralstoffe, Bitter- und Gerbstoffe, Saponine, Flavonoide, Anthoxanthin
Magie:Der Volksglaube verspricht, dass wer im Frühjahr drei Gänseblümchen zu sich nimmt, ist das ganze Jahr vor Zahnschmerzen und Fieber gefeit. Sicher ist aber, dass das Gänseblümchen Freude und Leichtigkeit bringt.
Über das Gänseblümchen – Pflanzenwesen

Vogelmiere:

Herrlich mild und leicht zu erkennen an den Ranken und fünf gespaltenen Blütenblättern, die aussehen wie kleine Sterne. Sie ist der Punk unter den Wildkräutern, denn sie hat eine Art Iro, also einen Haarstreifen auf dem Stängel. Sie wächst zwar das ganze Jahr über, aber in Brandenburg, wenn es im Sommer trocken wird, dann sieht sie oft ein wenig ausgemergelt aus. Also lieber gleich im Frühjahr ernten, wenn sie noch schön saftig ist. Äcker, Gärten, Wald- und Wegränder.

Standort:An Weg- und Waldrändern, Äckern, Gärten und Weinbergen.
Essbare Teile &
Verwendung:
Stängel, Blätter und Blüten sind essbar, z.B. als Salat, in Suppen und Kräuterquark. Es ist ganz mild und lässt sich prima im Salat mit dem herberen Löwenzahn, der Knoblauchrauke oder dem möhrigen Giersch kombinieren.
Volksmedizin:Bei Hauterkrankungen Umschläge aus zerstampftem Kraut, bei entzündeten Augen, Fieber. Bei Husten (schleimlösend) wunderbar mit dem Gänseblümchen als Tee zusammen.
Inhaltsstoffe:Viel Vitamin C, Kalium, Eisen, Saponine, Flavonoide
Magie:Hühner lieben die Vogelmiere und sollen nach ihrem Verzehr mehr Eier legen. Auch ist die Vogelmiere besonders für Menschen geeignet, denen es an Geschmeidigkeit oder Spontanität fehlt. Als Ritualkraut zum Eintritt in die Lebensphase der Weisheit findet die Vogelmiere ebenso Verwendung.

Taubnessel:

Die auffälligen Lippenblüten blühen in verschiedenen Farben. In Brandenburg kommt im Vorfrühling die purpurfarbene Taubnessel zuerst. Etwas später im Frühling dann die weiße an vielen Wegrändern und auf Wiesen. Die gelbe Taubnessel oder Goldnessel genannt, mag es lieber etwas schattiger im Wald. Außerdem gibt es noch die gefleckte Taubnessel

Standort: An Hecken und Zäunen, an Gärten, Weg- und Waldrändern, Brachland.
Essbare Teile &
Verwendung:
Da die frischen Blätter ein wenig muffig sind, kann man sie besser gekocht verwenden, wo sie einen milden Geschmack entfalten. Das Beste sind aber die Blüten, vor allem, wenn noch nicht die Hummeln den Nektar geerntet haben. Man kann die Blüten zupfen und roh im Salat essen oder gleich einen Tee daraus machen.
Volksmedizin:Als Frauenpflanze bei schmerzhafter Mens, als Schlaf- und Beruhigungsmittel, bei Husten.
Inhaltsstoffe:Viel Vitamin A, Eiweiß, Schleim- und Gerbstoffe, Saponine, Flavon-Glykoside
Magie:Macht das Herz fröhlich und die Lebensgeister frisch!
Über die Taubnessel als Pflanzenwesen

Löwenzahn:

Gehörst Du auch zu den Menschen, die mit dem Gerücht aufgewachsen sind, die weiße Milch vom Löwenzahn sei giftig? Also ganz klar, das stimmt nicht! Man kann die Blätter und Blüten essen und sogar die Wurzeln zu einer Art Kaffee rösten oder in den Salat raspeln.

Standort:Löwenzahn wächst gerne auf Wiesen und kann sie von Überdüngung entgiften, an Weg und Waldrändern, im Garten.
Essbare Teile &
Verwendung:
Die Knospen kann man gut in Butter anbraten, die jungen, inneren Blätter in der Rosette ergeben einen kräftigen Salat (sind die Blätter älter, zum Entbittern 1h in lauwarmes Wasser einlegen), ich würde sie mit Giersch oder der milden Vogelmiere mischen. Auch die Wurzel (im September) kann man in den Salat raspeln oder als Gemüse essen. Von den Blüten besser nur die gelben Blütenblätter verwenden, sie sind ganz mild. Saft pressen als Frühjahrs-Kur.
Volksmedizin:Harntreibende Wirkung, aufgrund seiner Bitterstoffe regt Löwenzahn Verdauung und Galle an, bei Akne und Ekzemen, die Blüten abgekocht als Haarspülung.
Inhaltsstoffe:Gerb- und Bitterstoffe, Mineralstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Karotine, Vitamin A, B, C, Triterpene
Magie:Die Wurzel des Löwenzahns kann uns unterstützen uns zu erden, unser Selbstgefühl zu stärken und mit Wut besser umzugehen.

Hirtentäschel:

Standort:Meist an Äckern und Wegrändern, manchmal auch an Waldrändern.
Essbare Teile &
Verwendung:
Im Frühling sind die jungen Blätter der Blattrosette oder die leicht nach Ingwer schmeckende Wurzel eine schmackhafte Salatbeigabe. Außerdem kann man die Blüte und auch die herzförmigen Samentaschen essen oder als Tee oder Tinktur verarbeiten.
Volksmedizin:Ein Frauenkraut, bei übermäßiger Regelblutung, außerdem blutstillend bei Wunden oder am Zahnfleisch. Es wirkt Nierensteinen entgegen und hilft bei Harnwegsentzündungen.
Inhaltsstoffe:Aminosäure Tyramin, Senfölglykoside, Saponine, Flavonoide, Vitamine und Mineralstoffe
Magie:Es zentriert uns und lässt uns in den eigenen Kern vordringen. Es wirkt erdend und direkt auf unseren Solarplexus, es bringt uns Klarheit und Willensstärke, diese auch auszudrücken.
Über das Hirtentäschel als Pflanzenwesen

Gundermann:

Standort:Waldränder, Wiesen, Gärten, Wegränder, braucht etwas Feuchtigkeit.
Essbare Teile &
Verwendung:
Die Blätter sind sehr intensiv im Geschmack und besser nur als Beigabe oder zum Würzen zu verwenden. Milder sind die Blüten. Räuchern: bringt Verstocktes in Fluss, zum Ballast abwerfen, Weg aus festgefahrenen Lebenssituationen heraus.
Volksmedizin:Bei schlecht heilenden Wunden (“Gund” bedeutet Eiter), einem Rauschen im Ohr, zerrieben und eingeatmet soll sie bei Kopfschmerzen helfen, auch bei Husten und zum Gurgeln oder bei Durchfall.
Inhaltsstoffe:Gerb- und Bitterstoffe, Mineralstoffe, Vitamin C, Saponine, ätherisches Öl
Magie:Zauberpflanze, sollte vor allem Kühe vor Verhexung schützen.
Über die Gundelrebe als Pflanzenwesen

Scharbockskraut:

In riesigen Teppichen breitet es sich aus und ist schon im Vorfrühling eine wunderbare Salatbereicherung. Spannend sind die nach der Blüte gebildetet Brutknöllchen, die manchmal bei einem starken Frühlingsregen weggeschwemmt werden und wie Getreidekörner (oder Biberhoden ;)) aussehen. Das brachte dem Kraut den Namen Himmelsbrot ein.

Standort:In Auwäldern, am Ufer von Bächlein, Unter Bäumen im Park und Gärten.
Essbare Teile &
Verwendung:
Nur vor der Blüte kann man die roh Blätter essen (im Februar/März), mit Beginn der gelben Blüte wird das leicht giftige Protoanemonin gebildet. Nach der Blütezeit bilden sich Brutknöllchen am Blattstängel, diese sind auch wieder essbar, man kann sie zum Beispiel im Brot verbacken.
Volksmedizin:Scharbock bezieht sich auf Skorbut, welcher mit dem Vitamin C reichen Kraut behandelt wurde. Salbe gegen Hämorrhoiden (darum werden die Brotknöllchen auch Biberhoden genannt), bei Hautproblemen.
Inhaltsstoffe:Protoanemonin (ab der Blüte), Vitamin C, Saponine
Magie:Es zeigt uns, wie wichtig es ist, sich dem Unbekannten oder Unerwarteten hingeben zu können
Über das Scharbockskraut als Pflanzenwesen

Knoblauchsrauke:

Wundert Euch nicht, die Knoblauchsrauke hat zwei sehr unterschiedliche Blattformen. Die unteren Blätter und die, die man im Vorfrühling als erstes sieht, sind rund, wohingegen die oberen Blätter, die näher an der Blüte sind, spitz zulaufen. Sie hat einen leicht bitteren, aber deutlichen Knoblauchgeschmack, hinterlässt aber im Gegensatz zum Bärlauch oder echten Knoblauch keine Fahne.

Standort:Sie mag es gerne im Halbschatten, an Waldrändern, Uferböschungen, am Wegesrand, im Park
Essbare Teile &
Verwendung:
Die Blätter und Blüten, sowie die Samen samt junger Schoten können roh im Salat oder Kräuterquark, die Blätter auch gekocht verwendet werden. Auch die Wurzeln sind essbar.
Volksmedizin:Das Kraut mit Blüte ist gut bei Asthma und hustenlösend. Gegen Würmer und bei Insektenstichen.
Inhaltsstoffe:Saponine. ätherisches Öl, Vitamin A und C, Mineralstoffe, Senfölglykoside
Magie:Sie unterstützt uns, unseren Weg zu gehen und bei uns zu bleiben.
Über die Knoblauchsrauke als Pflanzenwesen

Kleines Habichtskraut

Schon am Ende vom Winter kann man die Habichtskraut-Teppiche beobachten. Wie sie recht lange im Zeitlupen-Wachstum verharren. Bis dann plötzlich alles ganz schnell geht und wenn die Sonne regelmäßiger scheint oder die Nächte nicht mehr so kalt sind, dann traut sich die Blüte hervor. Die Knospen sind eine milde Delikatesse, die ich meist schon roh vor Ort verspeise. Natürlich nur ein paar, niemand soll merken, dass ich da war.

Standort:Sonnig, auf mageren, sandigen Böden, wie in Brandenburg, an Wegrändern, an Rändern der brandenburgischen Kiefernwäldern.
Essbare Teile &
Verwendung:
Die jungen Blätter kann man gut als Gemüse kochen, sie sind etwas haarig. Ich mag die Knospen am liebsten roh, so zart und mild. Aber auch die Blüten kann man im Salat essen. Als Tee und Gurgelwasser oder Augenspülung. Es regt den Stoffwechsel an.
Volksmedizin:Bei Augenerkrankungen (mit Tee auswaschen), zum Gurgeln im Mund und Rachenraum, für die Leber und bei Wassersucht.
Inhaltsstoffe:Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Umbelliferon (gehört zur Gruppe der Cumarine)
Magie:Im “Dunkeln” sehen! Es regt uns an, unsere eigene Hellsichtigkeit und Intuition zu entfalten.
Über das Habichtskraut als Pflanzenwesen

Giersch:

Den Giersch kann man sich gut mit der Zahl drei merken. Drei mal drei Blätter an einem dreieckigen Stängel. Für viele Gärtner eine Plage, aber ich kann nur sagen er steht dem typischen Feldsalat oder Rucola aus dem Supermarkt in nichts nach. Man kann ihn sozusagen als Salatgrundlage verwenden. Ich liebe sein leicht möhriges Aroma. Am besten Du verwendest die noch glänzenden, nicht ganz entfalteten Blätter. Was für ein Genuss!

Standort: Wirklich zuhauf am Wegesrand, im Garten am Rand, an Feldrändern. Es kann lästig werden für den Gärtner, also am besten gleich im Frühjahr aufessen 😉
Essbare Teile &
Verwendung:
Mir schmecken am besten die noch glänzenden, leicht gefalteten Blätter. Sie wachsen immer nach, also auch im Mai gibt es noch solch jungen, möhrigen “Salat”. Natürlich auch in Suppen oder als Gemüse verwendbar. Oder für Tee trocknen.
Volksmedizin:Als Tee harntreibend und entsäuernd. Bei Gicht und Rheuma äußerlich gegen die Schmerzen auftragen.
Inhaltsstoffe:Vitamin C, Mineralstoffe, Flavonoide, ätherische Öle
Magie:Leider habe ich nichts gefunden, was die Magie von Giersch beschreibt. Vielleicht ist es einfach ein zu bodenständiges Kraut. Oder auch nerviges, weil es sich so schnell verbreitet.

Wenn Du mehr über Wildkräuter erfahren möchtest, so kann ich Dir dieses ganz wundervolle Buch empfehlen: Wildpflanzen zum Genießen von Rita und Frank Lüder

Schreib doch gerne etwas in die Kommentare. Welche Wildkräuter wachsen bei Dir? Wie verwendest Du sie? Was schmeckt Dir am besten? Solltest Du eine eigene Website haben, so kannst Du sie bei den Kommentaren mit einfügen und so gleich Werbung für Dich machen.

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